Die Kinderwunsch-Seite
«
»

Ethik

Ein Embryo – Drei Eltern

In einer Eizelle findet sich das genetische Material nach der Verschmelzung des mütterlichen und väterlichen Erbguts im Zellkern. Wie in jeder anderen Köperzelle auch. Ein sehr geringer Anteil der Gene finden sich jedoch auch in den sogenannten Mitochondrien, die gemeinhin als die „Kraftwerke“ der Zelle bezeichnet wird.

Hat eine Frau nun einen Defekt auf einem dieser außerhalb des Zellkerns befindlichen Gene, dann werden diese auch auf den neu entstandenen Embryo übertragen. Es gibt mehr als 40 erbliche Krankheiten, die über diese sogenannte mitochondriale DNA weitergegeben werden.

Möchte man dies vermeiden, dann müsste man sich also eine Eizelle mit gesunden Mitochondrien nehmen den Zellkern entfernen und dann mit dem Zellkern einer Eizelle der von der Erbkrankheit betroffenen Frau ersetzen, die damit ihre erkrankten mitochondralen Gene nicht mehr weitergeben kann.

Und genau das hat man nun getan, wie SpON heute berichtete:

Britische Forscher haben mit Zellmaterial von drei Erwachsenen einen Embryo hergestellt. Nach künstlicher Befruchtung wurde der Zellkern in die Eizelle einer anderen Frau als der genetischen Mutter eingepflanzt. […]
Nach einer künstlicher Befruchtung sei der Kern einer Eizelle entfernt und in eine zweite, gespendete Eizelle ohne Kern gepflanzt worden, sagte eine Sprecherin der Universität Newcastle am Dienstag. Der Embryo habe dadurch die DNA der Eltern erhalten. Der Versuch war schon im September 2005 von den britischen Behörden genehmigt worden. Nun wurden die Ergebnisse bei einer Konferenz vorgestellt.
Bisher wurde der Test nur im Labor vorgenommen und die Embryos nach sechs Tagen wieder zerstört. Die Versuche werden die heftige Diskussion, die nach dem ersten Forschungsantrag im Jahr 2005 entbrannt war, wohl wieder anfachen.

Wenn man diesen Embryo nun noch durch eine Leihmutter austragen ließe, würde es wirklich kompliziert…


Stichwörter:


Möglicherweise verwandte Beiträge:


Nach Inhalt Nach Stichwörtern
  • Keine verwandten Beiträge

Kommentare

7 Kommentare für “Ein Embryo – Drei Eltern”

  1. Ich finde dieses Verfahren vollkommen in Ordnung. Habe aber auch schon vor längerer Zeit gelesen, dass auch dies verteufelt wird …


    Geschrieben von Rebella am 6. Februar 2008 um 21:55
  2. Ich hoffe, dass es mit dieser Forschnungsrichtung bald für jede Frau möglich sein wird, ihr eigenes Erbgut auch mit genetisch defekten Eizellen gesichert ohne die Gendefekte mittels Eizellspende weiterzugeben.


    Geschrieben von Valerie am 7. Februar 2008 um 10:54
  3. ich sehe daran auch nichts schlechtes; vielleicht ausser der tatsache, dass eine an sich intakte eizelle lediglich strukturell genutzt wird und die „füllung“ einer biologisch anderen frau zugeordnet wird – geschieht das in allseitigem einvernehmen, dann ist das für mich so ok.
    ich glaube niemand käme darauf sich darum so einen kopf zu machen, wenn es um die einfacher verfügbaren spermien ginge 😉
    ich sehe das thema auch ethisch nicht weit von einer lebend-organspende weg angesiedelt…und darüber regt sich aussen den zeugen jehovas nun wirklich kaum einer mehr auf…


    Geschrieben von reaba am 7. Februar 2008 um 14:12
  4. Ich habe das so verstanden, dass schon der Zellkern der Eizelle der zukünftigen Mutter genommen wird. Nur die Umgebung des Zellkerns mit den Mitochondrien kommt von einer fremden Eizelle. Somit ist es immer noch größtenteils ein genetisch eigenes Kind der sozialen Mutter. Umgekehrt müsste das natürlich auch funktionieren, falls vielleicht der Zellkern defekt ist und die Umgebung o.k. Wobei ich da glaube, dass in solchen Fällen eher ganz zur Eizellspende gegriffen wird, weil die paar Gene in den Mitochondrien nicht so viel ausmachen werden.


    Geschrieben von Rebella am 7. Februar 2008 um 20:42
  5. so ist es, Rebella. Den umgekehrten Weg würde man nciht gehen, nur um ein paar Mitochondrien genetisch identisch zu haben


    Geschrieben von E. Breitbach am 8. Februar 2008 um 00:01
  6. Ist ja schrecklich wie mit menschlichem Erbgut umgegagen wird.
    Sollte daraus wirklich mal ein Kind entstehen tut mir das heute schon leid. Das weiß ja gar nicht wo es hingehört


    Geschrieben von Rigi am 30. Mai 2012 um 11:36
  7. […] erste Versuche mit dieser Methode berichteten wir hier bereits vor sieben Jahren. Ich darf aus diesem Artikel nochmal zitieren, um zu erklären, warum diese Methode für die […]


    Geschrieben von Großbritannien erlaubt Drei-Eltern-IVF am 19. Dezember 2016 um 13:33

Schreiben Sie einen Kommentar

Das Letzte

Lesbische Paare können künstliche Befruchtung steuerlich absetzen
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten
Wie lange muss man nach Fehlgeburt warten mit einer Schwangerschaft?
Frohe Weihnachten
amicella Network
Frohe Weihnachten
Beeinflussen Schmerzmittel die Fruchtbarkeit?
Drei Eltern, ein Kind: Mitochondrienspende in England zugelassen
Foren-Spammer auf dem Rückzug?
Was ist die kumulative Schwangerschaftsrate und wie berechne ich sie?
Ausgehamstert: Follitropin delta aus humanen Zellkulturen
Haben Myome einen negativen Einfluss auf künstliche Befruchtung?
Mehr Sport macht auch die Spermien fitter
Sorgerechtsstreit um Embryonen
Noch wichtiger als gedacht: Orgasmus der Frau
Zuviel Serien gucken verschlechtert die Spermienqualität
Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom?
Eine Weihnachtsgeschichte: Was man jemandem in IVF-Behandlung NICHT sagen sollte
Definition der Sterilität durch die WHO (Update)