Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Vater wird Mutter

23

In den USA (wo eigentlich sonst…) wird über einen Mann berichtet, der sich im fünften Monat einer problemlos verlaufenden Schwangerschaft nach einer künstlichen Befruchtung befindet.

Hat der Arzt da etwas verwechselt?

Nein, Thomas Beatie ist ein transsexueller Mann, der sich jedoch nicht an seinen Geschlechtsorganen hat operieren lassen. Als Frau geboren, hatte er sich nach einer Hormontherapie operativ die Brüste entfernen lassen, die Gebärmutter und die Eierstöcke wurden jedoch belassen.

Er führt ein normales Leben als Mann und ist verheiratet. Da seine Frau Nancy nicht schwanger werden kann, entschlossen sich die beiden, sich mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung (Details sind den Pressemeldungen nicht zu entnehmen) ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

«Wie es sich anfühlt, als Mann schwanger zu sein? Unglaublich», so der Mann auf die Frage nach seinem Befinden. Der Schwangere, der nach einer künstlichen Befruchtung in guter Hoffnung ist, lebt nach eigenen Angaben mit seiner Ehefrau Nancy zusammen. «Ich werde der Vater meiner Tochter sein, Nancy die Mutter. Eine normale Familie. Mal davon abgesehen, dass in mir ein Leben heran wächst, geht es mir gut und ich bin überzeugt, ein Mann zu sein», teilt der Schwangere mit.

Es ist übrigens nicht die erste Schwangerschaft eines transsexuellen Mannes. Das Baby wird voraussichtlich im Juni zur Welt kommen.


Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

23 Kommentare
  1. Princi schreibt

    Was will er denn nun sein? Mann oder Frau? Und was auch immer – will er (sie / es) es eigentlich wirklich mit allen Konsequenzen?Vor dem Gesetz gilt er (sie /es) als Mann – will sich aber wohl doch nicht so ganz von seinem (ihrem)Frausein verabschieden.
    Welche Konsequenzen hat das eigentlich für die Gesellschaft, wenn man dieses Prozedere über Jahre (Jahrzehnte) mal weiterdenkt?
    Sorry, aber das geht mir entschieden zu weit!
    LG
    Princi

  2. Vanity schreibt

    Also, ich würde da mal schnell den Bioethikexperten Gerhard Fürst einschalten…. *g*

  3. LeFey schreibt

    Das habe ich gestern im TV gesehen…. da gab es auch ein Bild dazu (er hat wohl eine eigene Internetseite), dot sieht der Bauch eher rausgestreckt aus. Als Reporter die Bewohner des Ortes danach fragten lachten diese und sagten er sei schlank wie eh und je

  4. reaba schreibt

    http://www.welt.de/vermischtes/article1846072/Baby_des_schwangeren_Mannes_in_Gefahr.html

    ..da stehen mehr details

    also abgesehen von medizinischen bedenken plagen mich da wenig moralische skrupel.
    ist doch seine sache was er/sie ist, oder?
    solange das kind nicht drunter leidet.
    zwitter gabs immer schon. meistens hat die gesellschaft ihnen eine rolle aufgezwungen, weil das kleine bisschen „mehr“ nicht normativ war.
    man sollte sich fragen warum eigentlich nicht..?
    soll er/sie beides sein und leben…wenns gefällt.
    ist ein mensch abnorm, wenn er fähigkeiten/eigenschaften hat, die nicht alle anderen auch haben?

  5. Rebella schreibt

    Ich freue mich für dieses Paar, dass sie so doch noch zu ihrem Wunschkind kommen. War bestimmt für den Mann, der sich sicher unter schwierigen Umständen aus einer weiblichen Rolle befreien musste, nicht leicht, sich für das Austragen eines Kindes zu entscheiden.

  6. Ich schreibt

    Meine Frage betrifft die hormonelle Seite.
    Er/sie mußte eine lange Zeit testosteron nehmen, die Eierstöcke waren eigentlich ausser Funktion.
    Dann nimmt er/sie wieder weibliche Hormone. Erstens vermute ich wie er/sie gelitten hat, weil es für den Körper so etwas eine große Belastung ist. Und es hat auch noch geklappt die IVF, und dei Ärzte hatten auch kein Bedenken betreffend die Fruchtbarkeit. Keiner hat gesagt „du bist ja nicht (mehr) fruchtbar“.
    Wie gut dass man in andere Länder alles darf.
    Das andere Problem das ich nicht verstehe ist was eigentlich in ihm/ihr vorgeht.
    Sie wollte eigentlich keine Frau sein, aber sie hatte aber Wunsch nach Kind und Schwangerschaft wie eine Frau. Was genau wollte sie/er sein?
    Warum hat die (andere)Frau nicht KB gemacht, mit Zellenspenden oder so. Oder konnte sie vielleicht gar nicht austragen?
    Fragen über Fragen.
    Ich habe kein Problem dass sie ein Kind wollten und haben werden, sondern wieso man solcher Menschen nicht hilft zu einem Geschlecht zu finden/sich zu entscheiden (mit Hirn und Körper).
    Was sie/er danach machen? Wieder Testosteron nehmen? Und nun wachsen ja auch die Brüste wieder in der SS? Oder?

  7. Rebella schreibt

    @Andra: Offensichtlich hat das mit der hormonellen Seite geklappt. Sonst wäre er ja nicht schwanger geworden.

    Was in ihm vorgeht – soweit ich das aus meinem Gedankenausstausch mit einer transsexuellen Frau sagen kann, wird er wahrscheinlich diese Schwangerschaft nicht eingegangen sein, weil er unbedingt das Bedürfnis hatte, mal schwanger zu sein. Vielmehr hätte er ganz sicher gern drauf verzichtet. Aber der Wunsch nach einem Kind war eben so groß, dass Mann bereit ist, dieses auszutragen, wenn es bei der Frau eben nicht geht. Ich kann mir vorstellen, dass mein Mann das auch getan hätte, wenn es bei uns so gewesen wäre. (Leider geht es ja aber ohne Gebärmutter nicht. 🙂 ) Nur für diesen Mann war es eine ungleich höhere Überwindung, da es ja bei transsexuellen Menschen immer so ist, dass sie für die Anerkennung ihres Geschlechts kämpfen müssen. Das ist ein langer Leidensweg dorthin. Wer lange Jahre darunter gelitten hat, als Mädchen / Frau betrachtet zu werden, obwohl er sich seiner Männlichkeit bewusst ist, wer es endlich geschafft hat, das sein zu dürfen, was er im Innersten ist, braucht sicher viel Überwindung, doch noch mal eine frauenähnliche Rolle einzunehmen.

    Ja, sicher wird er anschließend wieder ganz Mann und Papa sein wollen.

    Das hier verstehe ich nicht: „wieso man solcher Menschen nicht hilft zu einem Geschlecht zu finden/sich zu entscheiden (mit Hirn und Körper).“

    Diesem Menschen hier wurde ja offensichtlich weitestgehend geholfen. Aber du hast Recht, es gibt noch viele transsexuelle Menschen, die nicht das sein dürfen, was sie eigentlich sind. Warum man denen nicht hilft? – Vorurteile, Falschinformationen, zu wenig Wissen um die Problematik, fehlende Finanzierungsbereitschaft von Therapien und Operationen, ideologische Vorbehalte.

  8. reaba schreibt

    hier sind ein paar interessante fakte zu dieser dualen geschlechtlichkeit, für mich medizinisch logisch präsentiert von einem betroffenen selbst:

    http://www.hermaphroditos.de/besonderheiten.htm

    liest man insbesondere den letzten absatz der seite, dann dürfte klar werden, was das eigentliche problem ist.
    „im falschen körper stecken“ und nicht das wahl-oder empfundene geschlecht zu haben, schein etwas zu oberflächlich zu sein.
    ich habe es so verstanden, dass das größere problem ist, die von den betroffenen vielleicht gewünschte und akzeptierte sexuelle dualität zu belassen. weil es wohl zuviel gesellschaftliche verwirrung stiftet, neben männlichen und weiblichen menschen auch sexuell duale menschen zu haben.

    das halte ich für eine gute und logische erklärung. der umgang mit transsexuellen menschen ist bis heute so, dass es um ein ankommen in einem geschlecht geht (oft mit grossen psychischen problemen zusammengehend). vielleicht ist das aber gar nicht sinn der sache?

    deshalb kann ich mir schon vorstellen, dass der bisher die männliche rolle lebende transsexuelle seine mutterschaft jetzt durchaus als glück empfindet.

  9. Ich schreibt

    @Rebella – es geht nicht um die Gesellschaft, sondern erst mal um was diese Menschen selber empfinden.
    In diesem Fall weiß die Person selber (noch nicht) welches Geschlecht er/sie sein will, weil er sich die weibliche nicht rausoperiert hat. Ob er/sie schon früher von einem Kiwu und SS-Wunsch wußte, ist auch eine Frage.
    Wäre die Person sicher gewesen, hätte sie sich, so wie andere total als Mann umoperiert.
    Medizinisch gesehen kann ich solche Sachen nicht verstehen, weil etwas nicht klar ist und ich frage mich darum immer ob man der Seele/dem Denken oder eher dem Körper helfen muß.
    Diese Menschen haben Schwierigkeiten zu einem Geschlecht zu finden.
    Die Problematik endet auch nicht mit der Umoperierung und Hormonen, sondern auch im Leben danach, ob sie damit glücklicher sein werden.
    Weil eine totale,perfekte Umwandlung gibt es nicht. Sie können sexuell und sozial mehr oder weniger normal sein, aber siehe, manche wollen auch normale Familie, wollen Kinder.
    Und nur manche haben den Glück auch sehr gut danach auszusehen und sich sozial zu integrieren,wegen sich selber. Ich kenne ein Fall von einer Person die auch nach der Umwandlung unglücklich war. Sie konnte nichts damit anfangen, wußte nicht wo sie hingehört, ob Mann oder Frau.Sie wollte später zurück operieren sogar, es war aber nicht mehr machbar.
    Es ist nicht so einfach, für sie selber.
    @ reaba – bei Hermaphroditen ist es anders. Gewöhnlich werden sie sehr früh operiert. Dass es auch dort zu Probleme kommen kann, weil man nicht weiß wie das Kind denkt/fühlt, ist es auch wahr. Dort ist es aber auch hormonell viel komplizierter so viel ich verstehe, weil dem Körper selber auch nicht klar ist, was nun, „was muß ich nun produzieren, was bin ich“?

  10. Ich schreibt

    Ich erinnere mich gerade an dem Fall der im TV gewesen ist. Der Mann wurde als Mädchen geboren und so betrachtet. Sie selber fühlte sich Junge und man wußte nicht warum.Erst als sie ein Bluttestmachen mußte, weil sie gute Skierin war und den Menschen etwas merküdig schien mit ihre Leistungen hat man sehr viel Testosteron gefunden. Die Sache wurde klar. Die Frau war Mann, nur die Organe stimmten nicht. Und wurde Mann und war glücklich.
    Ich denke es kann in viele Fälle so sein.
    Darum meine ich man muß erst mal untersuchen, therapieren, und dann radikale Massnahmen ergreifen.
    Ich denke dass es auch manche gibt wo der Mensch einfach aus einer psychologischen Störung nicht weiß wohin er/sie gehört und mit einer Therapie kann man auch helfen wieder zu sich zu helfen.
    Wenn einer sich ein Bein oder ein Arm abschneiden will weil unglücklich (es gibt solche Fälle) untersucht man zu erst ob es am Bein/Arm oder am Kopf/Psycho liegt und dann schneidet man ab oder auch nicht.
    Die Gellschaft kann es so pauschal nicht wissen/verstehen und helfen, sondern die Person muß zu Ärzte gehen.
    Das meinte ich.

  11. E. Breitbach schreibt

    sondern die Person muß zu Ärzte gehen.

    Es wird schon ein Arzt gewesen sein, der die Brüste operativ entfernt hat. Und auch einer, der die künstliche Befruchtung durchgeführt hat.

  12. Ute schreibt

    Ist doch wurscht, was er/sie sein will oder wollte, ist oder war, solange er sich wohlfühlt. Wieso soll dieser Mensch unbedingt in eine bestimmte Schublade passen? Das macht doch nur den Außenstehenden die Zuordnung leichter – aber was geht die das überhaupt an?

  13. Rebella schreibt

    @Ich – Natürlich gibt es viele verschiedene Fälle. Genau, wie hier bei Kiwu. Da hat ja auch nicht jeder die gleiche Geschichte. Es gibt natürlich auch solche Fälle, wo Menschen nicht wirklich wissen, was sie wollen. Aber das zu beurteilen, da sollten wir aus der Ferne vorsichtig sein.

    Eine Geschlechtsumwandlung gibt es sowieso nicht, nur eine Angleichung. Wenn dieser Mann sich hat die inneren Geschlechtsorgane nicht heraus nehmen lassen, heißt das trotzdem nicht, dass er sich nicht sicher war. Vielleicht war ihm das, was man sowieso nicht sieht, einfach nicht wichtig genug, um sich dafür unter´s Messer zu begeben oder er war einfach noch nicht dazu gekommen. Letztlich ist ja auch alles mit Kosten verbunden. Da waren andere Dinge womöglich erstmal wichtiger.

  14. E. Breitbach schreibt
  15. Ich schreibt

    Eben das meine ich auch. Man beurteilt zu leicht und ohne zu wissen, ob in eine Richtung oder die andere.
    Es ärgert mich wenn man die gesamte Gesellschaft dann kritisiert und man Intoleranz oder Bösesein vorwirft.
    Man weißt es eben nicht und man fragt sich, das ist alles.
    Und in diesem Fall gibt es auch ein bisschen Neid, ganz normal, wieso man in solche Fälle KB genehmigt/gemacht hat (gegenüber De) und wieso es auch noch geklappt hat, wenn bei viele andere „normalere“ Fälle es so viel Leid gibt.
    Das ist die ganze Sache.Ganz normale Fragen. Ob die Leute sich nun wohlfühlen, dem Kind gut sein wird und wie es weiter sein wird, weiß kein Mensch.

  16. E. Breitbach schreibt

    „Genehmigt“ im Sinne einer Kostenübernahme wird diese Behandlung auch nicht sein. Das sollte man nicht verwechseln.

  17. […] hatte hier ja schon über den Fall eines transsexuellen Mannes berichtet, der sich bei Unfruchtbarkeit seiner Frau einer Kinderwunschbehandlung unterzog und schwanger […]

  18. Rebella schreibt

    Das freut mich außerordentlich für diese Familie!

    In Deutschland wäre das nicht möglich gewesen. Da fordert der Gesetzgeber, dass Menschen, die ihren Namen von männlich auf weiblich ändern lassen wollen (oder umgekehrt), erstmal ihre Fruchtbarkeit aufgeben. 🙁

  19. […] des Jahres hatte ich ja bereits über den transsexuellen Mann berichtet, der ein Kind auf normalem Weg ausgetragen hat. Schon damals war diese Schwangerschaft ja sehr öffentlichkeitswirksam und offenbar auch mit […]

  20. […] Beginn des Jahres wurde vielerorts und auch hier über einen Mann berichtet, der eine Schwangerschaft austrug und das Kind schließlich […]

  21. […] (Details sind den Pressemeldungen nicht zu entnehmen) ihren Kinderwunsch zu erfüllen.Gefunden bei Wunschkinder.net  SpermaallergieJa auch so eine Allergie gibt es wei man bei Wikipedia nachlesen kann. Eine […]

  22. Ich schreibt

    Nun ist es auch in Spanien soweit.
    Ein Mann/Frau bekommt Zwillis. Genau dieselbe Geschichte. Er sagt aber er will sich auch unten nun umoperieren (nach der Geburt).

  23. remis schreibt

    gaaanz ruhig bleiben remis, gaaaanz ruhig, du hast dir gegenüber einen Schwur leiste: Ignorieren, nicht drauf anspringen – ist besser für das seelische Wohlbefinden und den Adrenalinspiegel, gaaanz ruhig…