Leihmutter streitet um Kinder

6

In Deutschland nicht erlaubt, eröffnet die Leihmutterschaft im Ausland (vor allem den USA) Single-Vätern und schwulen Paaren die Möglichkeit, Kinder zu bekommen. Alles, was man benötigt, ist das eigene Sperma, eine Eizellspenderin und eine Leihmutter, welche die Kinder austrägt. Und natürlich eine Menge Geld, um die Behandlung zu bezahlen.

Der fünfzigjährige alleinstehende Auftraggeber wünschte sich dringend Nachwuchs und vorzugsweise männlichen. Nichts einfacher als das: Eine junge Eizellspenderin war rasch gefunden, die Eizellen befruchtet, die männlichen Embryonen ausgewählt und (jetzt wird es spannend) drei davon in die Gebärmutter von Melissa Cook transferiert.

Finanzieller Druck führt zu Mehrlingen

Die künstliche Befruchtung in den USA kostet schnell mal 20.000 Dollar, insbesondere, wenn dann noch männliche Embryonen mit Hilfe der PID (genetische Untersuchung des Embryos) ausgewählt werden. Hinzu kommen die Kosten für die Leihmutter (ca. 30.000 Dollar). Das kann man sich nicht mehrfach leisten, wenn keine Schwangerschaft eintritt, also neigen die Ärzte dazu, mehr Embryonen einzupflanzen, als es notwendig ist. In diesem Falle also drei, obwohl die Eizellspenderin jung und die Chancen auf eine Schwangerschaft daher gut waren. Und es wurden Drillinge.

Auftraggeber möchte Abtreibung

Foto von Bhakua
Drillinge sind mehr, als mancher händeln kann

Mit der Aussicht auf Drillinge ist der werdende Vater jedoch überfordert und fordert von der Leihmutter die “Reduktion” der Schwangerschaft auf Zwillinge. Ein Kind soll also abgetötet werden. Die Leihmutter weigert sich, denn die Kinder sind gesund und sie bietet dem Vater an, eines der Kinder später selbst aufzuziehen. Das und eine Adoption lehnt dieser jedoch ab.

Dann möchte er doch alle drei

Jetzt möchte Melissa Cook es aber nicht mehr. Sie klagt darauf, alle drei Kinder austragen und behalten zu dürfen. Keine leichte Übung, denn nun hat sie auch noch Gestationsdiabtes bekommen und die die Behandlungen dieser Komplikationen lehnt die Krankenversicherung ab, da es sich um eine normale Schwangerschaft, sondern eine “Auftragsarbeit” handelt.

Die rechtlich ohnehin problematische Situation bei der Leihmutterschaft würde ein Urteil zugunsten von Melissa Cook zusätzlich beeinträchtigen. Wenn eine Leihmutter sich jederzeit über die zuvor geschlossenen Verträge hinwegsetzen kann und die Kinder behalten könnte, würde dies den gut laufenden (und verdienenden) Leihmutteragenturen die Geschäftsgrundlage entziehen.

Der Klage von Melissa Cook vor dem Supreme Court in Los Angeles hat jedoch nur geringe Aussichten auf Erfolg.

Via “Mail online

Foto von Bhakua



Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

6 Kommentare

  1. Ulrike schreibt

    Ein echt brenzliges Thema, das die Bevölkerung spaltet.

    Mir tun einfach nur die Babys bzw. Kinder leid wenn es auch noch um den heißen Brei gehen sollte wenn sie größer und älter sind.

    Ich persönlich stehe dem Thema Leihmutterschaft auch eher kritisch gegenüber. Natürlich ist es schade und traurig wenn ein Paar keine Kinder kriegen kann – ganz gleich ob es sich dabei um ein homo- oder heterosexuelles Paar handelt. Es gibt doch auch die Alternative Adoption – was meiner Meinung eine viel bessere Lösung ist.

    Aber wie sagt man so schön: Jedem das Seine!

  2. Wolf schreibt

    Ich verstehe die Welt nicht mehr – auf der einen Seite werden Millionen von Kindern abgetrieben auf der anderen Seite kann jeder, der genug Geld hat sich einen Mutterleib mieten und sich ein Kind mehr oder weniger produzieren lassen. Schöne neue Welt.

  3. Andi schreibt

    HALLO:-)

    ICH stehe Leihmutterschaft positiv gegenüber da ich sowohl in Kanada als in Israel gelebt und gearbeitet habe und mehrere geglückt e Elternschaft en gesehen habe.

    Was ich allerdings ablehnen ist Armutsprostitution der dritten Welt im Bereich Leihmutterschaft.

    Generell denke ich aber hat die Dame recht.

    Warum soll eine Leihmutterschaft in eine Abtreibung münden wenn die gelieferte Ware zuviel ist und sie den Überschuss behalten möchte.

    Gegen seinen Willen kann und darf niemand zu einer Abtreibung gezwungen werden.

    Und Drillinge sind ein gewaltiger Schock…
    …. gerade i n den Staaten wo es kein soziales Netz gibt.

    Aber eine Adoption wäre besser…
    …und auch fairer. ..

    Mehr möchte die Dame ja auch nicht.

    Das ist okay . Wer A sagt, muss B sagen.

    Mann muss wenn man willentlich eine Mehrlinge schwangerschaft als single mit Kinderwunsch produziert , auch für die Folgen gerade stehen.

    Obwohl ich Abtreibungsgegnerin aus religiösen Gründen privat! bin und auch als ich aus einer Vergewaltigung schwanger wurde habe ich mich für das leben entschieden.

    Lächeln 🙂
    Aber meinen Patienten wuerde ich immer bei einer Mehrlingsschwangerschaft zur Reduktion raten und empfehlen. ..ausser sie möchte es und sind bereit zu dem Verzicht…

    Das Problem sind die Behinderung und in den USA die Krankenversicherung. ..

    Wenn das sich mit den Kitakosten addiert,
    ergibt das Obdachlosigkeit und fehlende Schulbildung
    Und Behandlung von Patienten mit einer Behinderung und die nicht gedeckten Kosten…
    Schwierig. ..

    LG
    Andi

  4. Eko schreibt

    Jemand, der schon von vornherein aussortiert, ob Mädchen oder Junge ist mir suspekt und wenn er dann auch noch die Leihmutter zu einer Abtreibung gegen ihren Willen zwingen will, obwohl sie schon eine Lösung angeboten hat, so jemand sollte meiner Meinung nach überhaupt keine Kinder haben, denn es geht ihm nicht um das Kind, sondern ausschließlich um seine eigenen Bedürfnisse. Die Kinder tun mir einfach nur leid…

  5. Lukas schreibt

    Wieso regelt das der Gesetzgeber nicht? Natürlich trägt eine Leihmutter das Kind aus… trotzdem ist es nicht “ihr” Kind…

  6. Elmar Breitbach schreibt

    In Deutschland hat der Gesetzgeber es ja geregelt. In den USA funktioniert das Rechtssystem etwas anders, oft weniger über konkrete Gesetze, sondern über Grundsatzurteile. Die es für den o. g. noch nicht gab.