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Ausland

Eizellspende: Österreich gibt sich nicht geschlagen

Vor knapp drei Monaten wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt, dass das Verbot der Eizellspende in Österreich gegen europäisches Recht verstößt.

Die Folgen dieses Urteils sind nicht absehbar, würde die österreichische Regierung jedoch dazu zwingen, ihre Embryonenschutzpolitik zu überdenken und in der Folge auch die Regierungen andere Länder, in denen die Eizellspende nicht erlaubt ist, so auch Deutschland. Die österreichische Bioethikkommission hatte jedenfalls angekündigt, einen umfassende Reform der Gesetze auszuarbeiten, in der auch die Präimplantationsdiagnostik Eingang finden soll.

Österreich ficht das Urteil an

Österreich plant Revision

Österreich plant Revision

Ein Antrag auf Revision soll heute an das Gericht in Straßburg gesandt worden sein, bestätigt das österreichiche Justizministerium.

Das Urteil wurde von einer kleinen Kammer gefällt. Österreich stellt nun einen Antrag auf Prüfung durch die große Kammer. Bestätigt diese das Urteil, muss das Gesetz geändert werden.

„Jedes Kind hat ein Recht zu wissen, wer seine Eltern sind“, betonte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner am Mittwoch: „Wir prüfen, ob Gesetze praktikabel sind. Der Staat ist aber nicht verpflichtet, alle technisch möglichen Formen der künstlichen Fortpflanzung zu erlauben. Bei solch sensiblen Fragen muss man behutsam vorgehen.“

via: Wiener Zeitung


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Kommentare

13 Kommentare für “Eizellspende: Österreich gibt sich nicht geschlagen”

  1. So so, jedes Kind hat also das Recht zu wissen, wer seine Eltern sind…

    Dann ist bei unseren Nachbarn sicher auch die Samenspende nicht erlaubt??

    Übrigens:
    Würde man ein Eizellspendenkind fragen, ob es lieber gar nicht erst existieren würde, dann würde es ziemlich wahrscheinlich antworten, dass es ganz gerne auf die Welt gekommen ist – auch wenn es hierbei auf die Kenntnis seiner genetischen Mutter verzichten muss.


    Geschrieben von Lady Greensleeves am 1. Juli 2010 um 09:29
  2. Ja, die Eltern sollte ein Kind schon kennen! Aber die Erzeuger? Da bin ich mir ehrlich nicht so ganz sicher, ob das wirklich so wichtig ist.
    Aber ich kenne ja meine Eltern, die auch meine Erzeuger sind, insofern kann ich da vielleicht nicht so richtig mitreden.


    Geschrieben von 007 Wichtel am 1. Juli 2010 um 10:34
  3. Ich bin für die Eizellspende, finde es für das Kind aber durchaus wichtig zu wissen, wer die Erzeuger sind. Egal ob Samen- oder Eizellspende. Und ich spreche da aus eigener Erfahrung (Mutter & Vater bekannt, Erzeuger erst mit 20 kennen gelernt).


    Geschrieben von Nauka am 1. Juli 2010 um 11:36
  4. @ Lady Greensleeves

    Auch hier in D hat ein Kind das Recht, zu erfahren, wer sein Erzeuger ist. Wenn es 18 Jahre alt ist, kann es Auskunft über seine genetische Abstammung verlangen. Die Samenbank muss die Daten der Spender aufheben und dem erwachsenen Kind auf Wunsch zugänglich machen.


    Geschrieben von Kathrinchen am 1. Juli 2010 um 15:08
  5. Unabhängig davon, ob Eizellspenden auch hier in Deutschland erlaubt sein sollten oder nicht, zeigt mir das Urteil, daß in Strasbourg nicht über ethische Leitlinien entschieden wird und daß es vielleicht eine Schieflage ist, daß eine Wirtschaftsgemeinschaft einen Gerichtshof hat, der scheinbar jede auch nicht-wirtschaftliche, einzelstaatliche Gesetzgebung außer Kraft setzen darf.

    Ich finde es gut und extrem wichtig, daß Staaten sich ethischen Grundsätzen verpflichten, auch wenn ich im Einzelfall anderer Meinung bin.


    Geschrieben von Ceres am 1. Juli 2010 um 16:39
  6. @ Lady Greensleeves und Wichtel:

    In dem Gerichtsurteil geht es nicht darum, ob ein Kind seine Erzeuger kennen sollte oder nicht, sondern ob die Eizellspende erlaubt sein soll.

    Allerdings sollte jedes Land, das den Tatbestand anerkennt, dass jeder ein Recht auf Kenntnis seiner Herkunft hat, die Eizellspende und samenspende unter entsprechenden Richtlinien erlauben. Diese Richtlinien sollten zusichern, dass die Daten aufgehoben werden. Die Daten von Eizellspenderinnen werden meines Wissens nur in den wenigsten Ländern aufgehoben. Also auch die Kinder der deutschen Paare, die zur Eizellspende ins ausland gegangen sind, werden die Hälfte ihrer Herkunft nie erfahren. Ein Grund, warum es so wichig wäre, selbige z.B. auch in Deutschland zuzulassen.

    http://www.spenderkinder.de


    Geschrieben von Rebella am 1. Juli 2010 um 22:02
  7. @ Rebella:
    Eine Begründung für das Nichterlauben der EZSP war ja aber offenbar (wohl unter anderem), dass die Kinder ein Recht darauf haben, ihre Erzeuger zu kennen. So sagt ja wohl die dortige Justizministerin.
    Auf genau diese Aussage bzw. diese Begründung zur Ablehnung der EZSP bezog sich mein Kommentar.

    Entweder man macht sowohl Samen- als auch Eizellspende „offen“ – dann verfängt dieses Argument gegen die EZSP nicht und man müsste sie erlauben.
    Oder es ist beides anonym (dann müsste man mit dieser Begründung aber auch BEIDE Spendenarten verbieten)…

    Es mag Unterschiede zwischen Samen-und Eizellspende geben, die eine unterschiedliche Gesetzeslage rechtfertigen, aber doch nicht mit dieser Begründung???

    Viele Grüße
    Lady Greensleeves


    Geschrieben von Lady Greensleeves am 2. Juli 2010 um 13:39
  8. @Lady Greensleeves,

    ja, leider ist es so, dass Regierungen Dinge verbieten, wegen Hürden, die sie SELBST aufgestellt haben. …


    Geschrieben von Rebella am 2. Juli 2010 um 23:14
  9. Ich bin Oesterreicherin und lebe derzeit in den USA, wo sowohl Eizellenspende, als auch Leihmutterschaft erlaubt sind. Ich bin froh, dass ich diese Moeglichkeiten als Optionen habe, denn leider muessen mein Mann und ich eventuell darauf zurueckgreifen.

    Es ist gut, dass es Ethikomissionen gibt, doch manchmal gehen deren
    Entscheidungen am Leben vorbei.


    Geschrieben von Sam am 3. Juli 2010 um 01:53
  10. @ Sam: Die Österreischische Ethikkommission ist nicht gegen die Eizellenspende, die Regierung ist es


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 4. Juli 2010 um 01:35
  11. Und Ja! Der Bundesgerichtshof hat heute entschieden, die PID im Fall Dr. B. war zulässig.

    Ich möchte gern den vollen Gesetzestext lesen!


    Geschrieben von Rebella am 6. Juli 2010 um 21:57
  12. Quatsch, ich meinte natürlich die Urteilsbegründung will ich lesen. Bestimmt stehen darin noch interessante Details.


    Geschrieben von Rebella am 6. Juli 2010 um 21:58
  13. @rebella – das kannst du problemlos hier tun:
    http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288
    Nur noch ist sie nicht veröffentlicht.


    Geschrieben von remis am 7. Juli 2010 um 14:20

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