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Drei Eltern, ein Kind: Mitochondrienspende in England zugelassen

Mitochondrienspende. Auch Mitochondrien haben Erbgut.
Auch die Kraftwerke der Zelle enthalten Erbgut. Die insgesamt 37 Gene können zu einem Problem werden. Die Mitochondrienspende könnte helfen
Foto von jurvetson

Großbritannien erlaubt Mitochondrientransfer als erstes Land

Andere Länder hingegen hatten es erst gar nicht verboten.

Bereits im Februar dieses Jahres stimmte das britische Parlament für die Zulassung der Mitochondrienspende. Nach langer Beratung der von ihr beauftragen Ethikkommission hat die zuständige Zulassungbehörde HFEA grünes Licht für die klinische Durchführung der neuen Technik gegeben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die erste Geburt nach dieser Methode nun erst anstehen würde. Das erste Kind kam bereits im April dieses Jahres zur Welt.

Für wen ist das von Bedeutung?

In England wird mit ca. 25 Paaren pro Jahr gerechnet, die diese Methode in Anspruch nehmen müssen. Die Zellstrukturen, welche für die Energiebereitstellung zuständig sind – die Mitochondrien – enthalten auch Erbgut. Ist dieses bei der Mutter verändert, dann kann eine Erberkrankung über die Mitochondrien der Eizelle weitergegeben werden. Diese enden oft tödlich, eine Heilung gibt es nicht. Und auch die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederholung bei weiteren Schwangerschaften ist sehr groß.

Mitochondrienspende: Austausch der Mitochondrien

Die einzige Methode zur Vermeidung solcher Erberkrankungen sind neue Mitochondrien einer Spenderin. Diese jedoch  einzeln in eine andere Eizelle zu übertragen, ist nicht möglich. Deswegen wird es genau anders herum gemacht: Man überträgt den Zellkern der Eizelle eine betroffenen Frau in eine „entkernte“ Spendereizelle mit gesunden Mitochondrien. Die beiden zugelassenen Methoden (Spindelkern- und Vorkerntransfer) machen im Grunde beide genau dies. Dazu ein paar weitere Details in diesem Artikel.

Alter Hut

Wer nun annimmt, es handele sich hier um eine sehr neue Technik, der sei darauf verwiesen, dass Ergebnisse erster erfolgreicher Experimente bereits im Jahre 2008 publiziert wurden. Nicht zuletzt jedoch aufgrund unklarer Langzeitfolgen für die Kinder und schwieriger ethischer Fragen dauerte es fast 10 weitere Jahre bis zur Zulassung.

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