Skurrile Erlebnisse: Erzähungen eines privater Samenspenders

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Samenspende
Viele Paare und alleinstehende Frauen sind auf eine Samenspende angewiesen. Meist wird dafür auf die Dienste einer Samenbank zugegriffen. Aber auch die private Samenspende wird häufig genutzt. Martin Bühler war privater Samenspender und berichtet über seine Erlebnisse in einem Buch.

Was macht eine Samenbank?

Die Dienste einer Samenbank zu nutzen hat sicherlich Vorteile: Die Spermien werden eingefroren und zwar so lange, bis sicher ist, dass der Spender zum Zeitpunkt der Abgabe nicht an einer ansteckenden Infektionskrankheit litt. Im Vordergrund steht dabei natürlich ein Screening auf HIV und Hepatitis. Die ausführliche Erfassung der persönlichen und Familienvorgeschichte in Bezug auf (Erb-)erkrankungen gehört ebenfalls dazu. Als Institution rekrutiert die Samenbank also Spender, bereitet die Spermienproben ein und dokumentiert diese ausführlich und jederzeit zurückverfolgbar unter Berücksichtigung der „Verordnung über die Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Entnahme von Geweben und deren Übertragung nach dem Transplantationsgesetz (TPG-Gewebeverordnung – TPG-GewV)„. Und natürlich werden die Spender auf ihre Zeugungsfähigkeit hin überprüft

Private Samenspende

Der Aufwand, den eine Samenbank betreiben muss, um alle Auflagen zu erfüllen, ist also immens. Die Kosten, die dabei entstehen, sind dadurch ebenfalls hoch. Und das Einfrieren und Wiederaufauftauen tut der Qualität der Spermien nicht wirklich gut. Ein persönliches Kennenlernen zwischen Spender und den späteren Eltern des gezeugten Kindes ist ebenfalls nicht vorgesehen. Bei einer privaten Spermienspende hat man diese Nachteile nicht.

Im Internet gibt es zahlreiche Portale, um Kontakt mit spendewilligen Männern aufzunehmen. Meist folgt der ersten Kontaktaufnahme ein persönliches Treffen und dann später – zum optimalen Zeitpunkt, also kurz vor dem Eisprung – die Samenspende. Die meisten Spender können Gesundheitszeugnisse und Spermiogrammbefunde vorlegen, was sicherlich ratsam ist. Feste Standards gibt es bei der privaten Samenspende jedoch nicht.

Standard ist hingegen, dass die Spermien per Masturbation gewonnen und anschließend an die Frau übergeben werden, die sie sich per Selbstinsemination einführt (Bechermethode).


Ein privater Samenspender berichtet

Martin Bühler gibt an, in 15 Jahren ca. 100 Kinder über eine private Spermienspende gezeugt zu haben. In der „TZ“ berichtet er:

„Da lief vieles auf Vertrauen“, erzählt Bühler heute: „Ich hatte Glück. Es ist immer alles gut gegangen. Alle Kinder sind gesund, und ich habe mit keiner der Mütter Ärger.“ Mit Ärger meint Bühler zum Beispiel, dass seine biologischen Kinder oder deren Mütter Unterhalt von ihm verlangt hätten.

Er hat seine Erfahrungen aus 15 Jahren in einem Buch zusammengefasst. „Meine 100 Kinder, was ich als privater Samenspender erlebt habe“ heißt es. Wie geht ein privater Samenspender mit dem Wissen um, dass er rund 100 Babys gezeugt hat? Und wie verkraften Spenderkinder die Antwort auf die Frage, wer ihr biologischer Vater ist? Von all dem berichtet Martin Bühler offen in seinem Buch. Für Paare und Frauen sicherlich ein lesenswertes Buch, wenn man sich mit dem Thema Samenspende beschäftigen muss/möchte und auch die Sicht des Spenders wichtig findet.



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Kommentar

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1 Kommentar

  1. Rebella schreibt

    Das ist dann ja schon das zweite Buch von ihm. Das erste „wahre Geschichten eines privaten Samenspenders“, das 2013 erschienen ist, habe ich gelesen und war echt unterhaltsam. 🙂

    Bestimmt werde ich dieses Buch auch lesen.