Besten Dank, liebe Kollegen…

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Man fragt sich manchmal wirklich, ob manche Kollegen überhaupt nachdenken und wenn ja, warum nicht. Über die Jahrzehnte hat sich die Reproduktionsmedizin langsam aus der Schmuddelecke herausgekämpft und wird zunehmend als seriöser Bestandteil der modernen Medizin angesehen.

Natürlich gibt es weiterhin Anlass zur Kritik. Es gibt immer noch zu viele Mehrlingsschwangerschaften und mit der Präimplantationsdiagnostik bewegt man sich nahe ethischer Grauzonen. Aber das gibt es in vielen anderen medizinischen Fachgebieten auch.

Und dann liest man die Zeitungen in den letzten Tagen und ist ruckzuck wieder in der Schmuddelecke.

Mal wieder wird über eine 70-jährige aus Indien berichtet, der mit Hilfe der Eizellenspende zu einem Kind verholfen wurde. Es ist nicht das erste Mal, Indien ist aufgrund des immensen Drucks, der auf kinderlosen Paaren lastet, das Land der Rekorde für betagte Erstgebärende.

Und was den niederländischen Kollegen veranlasst hat, für eine Insemination statt Spenderspermien seine eigenen zu verwenden, kann man ihn leider nicht mehr fragen, da er inzwischen verstorben ist. Aber eigentlich möchte man es auch lieber erst gar nicht wissen…

thank you photo„Thank you“ von Orin Zebest



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Kommentar

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2 Kommentare

  1. MissMolli schreibt

    Ja schon ganz schön krass. Ist auch okay sich fremdzuschämen, aber weil es ein paar schwarze Schafe gibt, muss man das ja nicht auf die gesamte Fachrichtung beziehen. Und ich behaupte (hoffe) die meisten, die das irgendwo gelesen haben, dies auch nicht tun. Das ist genauso, wenn es es Mal wieder nen Bio-Skandal gibt, dann sind auch nicht „alle Ökos Betrüger“. Oder nur weil Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, sind nich alle Amis oder zumindest seine Wähler verföhnte, narzistische Pussygrabscher. So schnell landet die Reproduktionmedizin nicht in der Schmuddelecke, auch wenn mir die Paare echt leid tun, die an so einen bekloppten Sperma-distribuierenden-Arzt geraten sind.

  2. Rebella schreibt

    Wenn der Mann inzwischen 89 war, müssen die Spenden aber lange her sein. Damals war es vielleicht auch schwieriger, Spender zu gewinnen. Außerdem gab es weniger Gesetze und damit einen rechtsfreien Raum.

    Ich glaube, heute gibt es das eher nicht mehr, dass der Arzt selbst Spender ist. Der deutsche Arbeitskreis Donogene Insemination verbietet es zumindest. Evt. gibt es auch in anderen Ländern Vorschriften dazu.

    In den 70er Jahren lief eben auch die Samenspende noch sehr geheim ab. Da dachten solche Ärzte bestimmt, das kommt nie raus. Auch solche Praktiken werden erschwert, wenn es mehr Offenheit gibt. Zudem die Möglichkeit von Gentests und sogar das Vorhandensein von Gendatenbanken. Daran war damals nicht zu denken.

    Ich sehe es außerdem ähnlich wie MissMolli. Nur weil irgendwo ein schwarzes Schaf graste, muss nicht die ganze Branche aus schwarzen Schafen bestehen.